Zahnersatz

Tipps zu Zahnersatz & Zahnpflege

Implantat - Wieso überhaupt?

Was genau ist eigentlich ein Implantat? Viel sprechen von Schrauben und Nägeln im Kiefer, und haben dabei teilweise  recht.

In der Medizin werden seit Jahrzehnten immer erfolgreicher Knochen durch Titannägel/-Platten ersetzt oder repariert, wie zum Beispiel künstliche Hüftgelenke.

Seit etlichen Jahren kann man nun auch in den Kieferknochen künstliche Zahnwurzeln einpflanzen, welche fest mit dem Kieferknochen verwachsen und so eigentlich die Funktion der Wurzel übernehmen. Da die Zahnwurzel 2/3 des Zahnes ausmacht, ist es wichtig das Knochen und Implantat gut miteinander verwachsen.Schließlich muß das Implantat die Kraft, die beim Kauen entsteht, auch aushalten können. Dies ist auch der Grund, warum manch Zahnärzte darauf bedacht sind, nicht pro Zahn, sondern pro Wurzel ein Implantat zu setzten - dies ist nicht unbedingt nötig (…und vorallem nicht günstig!), entspricht aber den natürlichen Vorgaben der Zähne.

In den meißten Fällen wird ein von Durchmesser her breiteres Implantat verwendet, als die eigene Wurzel es war, und auch in der Länge etwas die eigene Wurzel übertrifft. 9mm länge sollten im Seitenzahnbereich von der Knochensituation schon gegeben sein! Im Eckzahnbereich sind auch 16mm keine Seltenheit, da dieser (Augenzahn) die längste Wurzel hat und zudem die meißte Kraft aushält!

Ist die Knochensituation nicht ausreichend, kann mit einem Knochenaufbau (Augmentation) etwas mehr Platz geschaffen werden. Im Oberkiefer ist auch eine Höherlegung der Kieferhöhle (Sinuslift) möglich, was eine etwas aufwendigere Art der Knochengewinnung ist. In Falle eines Sinuslifts werden oft Klopf-Implantate verwendet, da so der Knochen dichter wird, wenn er beim Erweitern mit verschiedenden Osteotomen (Instrumente zum Erweitern der vorgebohrten Kavität) komprimiert wird.

Ist das Implantat enossal verheilt (vollständig mit dem Knochen verwachsen) wird erst einmal nach der Freilegung (entfernung der überwachsenen Schleimhaut mit Stanze, Laser, Skalpell oder Glasfaserbohrer) ein sogenannter Gingivaformer (Zahnfleischformer) eingeschraubt. Dieser diehnt dazu, dass das Zahnfleisch sich anpasst wie beim Zahn, somit auch später an der darauf montierten Krone am Zahnhals anliegt. So wird das eindringen von Bakterien und anderen unerwünschten Besuchern verhindert.

Nach 2 - 4 Wochen wird der Gingivaformer entfernt und das Zahnfleisch bildet einen Saum um das Implantat. Ein sogenannter Abdruckpfosten wird eingebracht und dient der wiedergabe von Lückengröße und späterer Passform der Krone auf den dafür vorgesehenen Aufbau. Dieser wird mit dem Abdruck ins Zahnlabor gegeben, wo der Techniker eine dafür passende Arbeit individuell herstellt. Die Art des Abdruckpfostens hängt mit der Versorgung zusammen - bei zahnlosen Kiefern zum Beispiel ist eine andere Pfostenart nötig, da diese als subkonstruktion (sub - unter) einer Prothese dient. Subkonstruktionen unter Prothesen sind zum Beispiel Stegarbeiten, Kugelköpfe, Druckknöpfe und Magnetknöpfe und dienen der unsichtbaren Befestigung der Prothese - in diesem Fall Suprakonstruktion (supra - oben).

im Falle eines Einzelzahnimplantates ist es auch die beste Vorsorge für später - ein Implantat kann immer in verschiedene Situationen mit eingebracht werden. Geht der Nachbarzahn verlohren, ist es kein Problem diesen mit einzubeziehen. Man sagt, hält ein Implantat zehn Jahre, wird es auch weiter fest im Kiefer stehen! ein Implantat ist der hochwertigste, dauerhafteste, langlebigste und angenehmste Zahnersatz.


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