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Mundschleimhaut Erkrankungen: Orale Symptome bei Infektionskrankheiten

Erkrankungen der Mundschleimhaut können Schmerzen verursachen, welche irrtümlich dem Zahnbereich zugeordnet werden können, obwohl es eigentlich gar keine Zahnschmerzen sind.

  • Herpes simplex: Wer Herpes hat, bekommt es meist immer wieder – Betroffene kennen das! Eigentlich trägt den Virus so gut wie jeder in sich, doch bei manchen bricht er nie aus. Meist macht er sich bei Sonnenstrahlen, Stress oder Fieber bemerkbar. Für Zahnärzte ist das Herpes labialis am Interessantesten, da es an der Lippe und am Übergang zur Haut auftritt – und zwar in Form von juckenden Bläschen die sich auf rotem Haut-Untergrund befinden.
    Bei Kindern kann aus Herpes labialis auch eine Gingivostomatitis herpetica werden, die sich mit fauligem Mundgeruch, Bläschen auf der Mundschleimhaut und Schmerzen bemerkbar macht. Auch das Zahnfleisch schwillt an und blutet schnell.
  • Tuberkulose (TBC): Da TBC sich meist über die Lunge ausbreitet, sind drei Wochen nach Infektion (Inkubationszeit) schon Symptome an Zunge, Mundboden und der gesamten Mundschleimhaut festzustellen. Über kleine Wunden und Risse in der Mundschleimhaut können die Übeltäter leicht eindringen. Gelbliche Geschwüre mit unregelmäßigen Formen treten auf und die Lymphknoten sind angeschwollen und druckempfindlich. Der Kieferknochen ist ebenfalls betroffen: Eine tuberkulöse Osteomyelitis löst ihn in eine milchig-zähe Substanz auf und kann in das Weichgewebe als so genannter „kalter Abszess“ eindringen.
  • Syphilis: Nahezu 5% der primären Symptome der Syphilis finden an der Mundschleimhaut und in der Lippengegend statt. Deshalb ist es auf in vielen Fällen der Zahnarzt, der zuerst einen Verdacht auf Syphilis äußert – meist bei einer Vorsorgeuntersuchung oder bei Schmerzbehandlung per Zufall!
    Die Syphilis teilt sich in drei Stadien: In den ersten 5 - 20 Tagen machen sich an der Lippe und der Mundschleimhaut glänzende Geschwüre bemerkbar, die rundlich sind und eine Art ausgestanzten Rand haben. In der 8 - 11 Woche (Sekundärperiode) bilden sich auf der Mundschleimhaut dunkle infektiöse Geschwüre mit gelblichem Fibrinbelag. Im Spätstadium der Syphilis (Tertiärperiode) sind hauptsächlich am Gaumen knotenartige, erhabene Gummen zu entdecken, die sich wieder auflösen. Sie greifen auch den Knochen an! Die Zungenoberfläche ist mit weißlich-lappigen Verhärtungen (Glossitis) belegt. Syphilis unterliegt der Meldepflicht und muss vom Zahnarzt dem Gesundheitsamt gemeldet werden!
  • Soor (Candidamykose): In Unserer normalen Mundflora befindet sich auch der Pilz Candida albicans. Dieser kann unter bestimmten Bedingungen die Erkrankung Soor hervorrufen. Entweder durch Immunschwäche, was gerne bei Kindern passiert, oder unter nicht regelmäßig gesäuberten Deck-Prothesen, wo ein feuchtwarmes Klima herrscht. Er kann allerdings auch durch eine Antibiotika Behandlung hervorgerufen werden! Die Symptome machen sich als weißliche, fleckenartige und abwischbare Beläge auf der Mundschleimhaut bemerkbar - sie befinden sich auf geröteten Schleimhautstellen. In der Zahnarztpraxis wird dies gerne mit dem Antibiotika Nystatin behandelt, da diese zum lutschen sind und direkt in der Mundhöhle wirken.
  • Tetanus: Das Hauptsymptom von Tetanus ist die Kieferklemme, den ein Dauermuskelkrampf auslöst und man den Mund kaum mehr aufbekommt! Nicht zu verwechseln mit der Kiefersperre, wo gerade das Gegenteil passiert und man den Mund nicht mehr schließen kann. Jeder Verdacht muss sofort zum Hausarzt geschickt werden – es kann Leben retten!

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